„Süßes oder Saures?“ Förderturm beim 11. Digital Talk

Unter dem Motto „Süßes oder Saures? Welchen Geschmack hat die digitale Zukunft“ lud die IHK Köln am letzten Dienstag zum 11. Digital Talk ein. Zielgruppe und Besucher des Talks waren in erster Linie Unternehmer aus dem Mittelstand. Und da auch wir getreu dem Motto „Den Kunden im Fokus“ handeln, mischten wir uns an diesem Abend unters Volk.

Wir wollten vor allem verstehen, welche Fragen, Ängste, Sorgen und Hoffnungen den Mittelstand in unserer Region umhertreiben, wenn es um das Thema „Digitalisierung“ geht. Und so lautete die zentrale Frage des Abends „Was kann Digitalisierung für ein Unternehmen tun und wie kann digitale Transformation gelingen?“.

„Digitize or die“

Den Einstieg machte Keynote Speaker „Philipp Depiereux“ von der Agentur etventure mit seinem Vortrag „Digitize or die!“. Dort schilderte er sehr lebendig seine eigenen Erfahrungen mit Unternehmern, die sich die Mammut-Aufgabe „Digitale Transformation“ auf die Agenda geschrieben haben und stellt fest, dass es vor allem im deutschen Mittelstand eine zu verkrampfte, teilweise von Ängsten geschürte Führungskultur gibt. „Einfach mal machen“ lautet sein Credo und dies ist durchaus als Aufforderung zu verstehen, mutiger zu sein, sich zu öffnen und Dinge auszuprobieren. Denn auch hier gilt, wer zu lange wartet, kriegt nur noch „die Krümel vom Kuchen“.

Visionen haben – und umsetzen!

Den Nutzer im Fokus sehen und seine Schmerzpunkte erkennen ist dabei die Grundlage für alle Maßnahmen zur Digitalisierung, denn diese sollte nie Selbstzweck sein, sondern ein Instrument zum Umsetzen der unternehmerischen Vision.

In der anschließenden Talkrunde griff Lorena Jaume-Palasí, Geschäftsführerin von Algorithm Watch und als Expertin zum Thema „Künstliche Intelligenz“ geladen, dies noch einmal auf. Sie stellt fest, die richtige Fragestellung „Was ist mein Ziel, meine Vision und wo will ich in zehn Jahren stehen?“ muss am Anfang stehen. Erst dann kann man entscheiden, wie und ob Digitalisierung und im Speziellen „künstliche Intelligenz“ hier Mittel zum Zweck sein können.

Hinfallen, aufstehen, weiterkommen!

Welche Werte einen Menschen und im speziellen einen Unternehmer prägen sollten, dazu leistete auch Titus Dittmann, Skateboard Pionier und selbst Unternehmer, viele erfrischende Beiträge in der Expertenrunde. Auch er folgt dem Credo von Philipp Depiereux und hat in seinem Leben schon viel ausprobiert und einfach mal gemacht. Auch wenn es manchmal weh tut, genau diese Schmerzen und Erfahrungen bringen einen weiter. Das Skateboarden ist also eine Schule fürs Leben. Und Bildung ist Titus Dittmann ein persönliches Anliegen, denn er hat nicht Unrecht, wenn er sinngemäß sagt: „Die Kids, das sind doch die Unternehmer von morgen. Wenn die nicht jetzt schon lernen, selbstbestimmt zu handeln, eigene Fehler zu machen und Chancen zu ergreifen – einfach mal machen – wie ist es dann um unsere unternehmerische Zukunft bestellt?“


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Optimisten braucht das Land

Als weitere Experten ergänzten die Runde Dr. Nina-Luisa Siedler, Blockchain Expertin und Karl Heinz Land, der vor allem Optimismus unter den deutschen Unternehmern verbreiten will. Er ist der Meinung, und damit hat er wahrscheinlich nicht ganz unrecht, dass in unserer Gesellschaft Digitalisierung vor allem mit Ängsten behaftet ist. Was passiert mit unseren Daten, wird es die totale Überwachung geben und wann übernehmen Maschinen die Herrschaft über alles? Hier konnte Frau Jaume-Palasí aber Entwarnung geben, denn „Künstliche Intelligenz ist dumm“. Das meint im Prinzip nur, dass ein Algorithmus an sich, nie in der Lage sein wird, Werte orientiert zu handeln.

Einfach mal machen!

Der Ausklang des Abends fand bei einem netten Get-Together im Halloween Style mit Snacks, Getränken und natürlich Süßem statt. Und für uns bleibt als Fazit: Wenn Digitalisierung im deutschen Mittelstand gelingen soll, dann müssen wir hin zu einer fehlertoleranten Kultur, in der wir Dinge ausprobieren, testen, machen, wieder revidieren, verbessern, erneut testen and so on. Und das kam uns doch sehr bekannt vor, denn hier sind wir wieder bei den Prinzipien des UX-Designs: Alles ist ein Prototyp!

Somit sind wir aus diesem Abend wieder einmal mit dem Gefühl herausgegangen, dass wir als Designer und Design Thinker im Bereich Digitale Transformation eine wertvolle Brücke schlagen können zwischen den unternehmerischen Visionen und den Möglichkeiten, die uns unsere digitalen Instrumente bieten. Also liebe Kunden: Einfach mal machen!

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