Der wahrscheinlich beste Azubi der IHK. Und das liegt nicht am Ausbilder.

Heute erreichte uns die Urkunde der IHK für „Herausragende Leistungen in der Berufsausbildung“. Und das nicht zum ersten Mal. Aber wie konnte es dazu kommen? Wie werden junge Menschen „Überflieger“?

Wie Justin zu uns kam

Justin hat sich vor 3 Jahren mit einem Video beworben. Ein Video über Heimat. Ein Video voller Gefühl, wechselnder bildlicher Perspektiven, sichtbarem ästhetischen Anspruch und einer kleinen, schön erzählten Geschichte. Bei uns blieb irgendwas Emotionales hängen – und das ist gerade im Umfeld Werbung und Kommunikation so wichtig. Nicht nur eine nett erzählte Geschichte mit schönen Bildern.

Das ist etwa so wie bei einem Gesangswettbewerb im Fernsehen, wo viele gut singen können. Aber ein paar davon erreichen das Herz und bewegen etwas. Sie erzeugen Gänsehaut und feuchte Augen. So war der Bewerbungsfilm von Justin. Nach dem Bewerbungsgespräch war mir sofort klar, dass Justin zu uns passt.

Was macht die Ausbildung bei uns „besonders“ und motiviert zu Höchstleistungen?

Das vielleicht Wichtigste ist, dass ich als Ausbilder fast nichts mache. Ich kontrolliere nicht, ich unterrichte nicht. Dennoch stelle ich Fragen und gehe in den Dialog. Ich habe auch immer ein offenes Ohr, wenn es Sorgen, Fragen oder Wünsche gibt. Hört sich komisch an? Ist es wahrscheinlich auch – es funktioniert aber.

Unternehmenskultur als Erfolgsrezept

Der Schlüssel zu einer außergewöhnlichen, erfolgreichen Ausbildung liegt in der Kultur des Unternehmens. Dazu gehören unbedingt alle Mitarbeiter. Unsere Kultur ist geprägt von gegenseitigem Verständnis und Hilfsbereitschaft. Zeit für den anderen zu haben und sich auch zu nehmen ist selbstverständlich. Wenn ich also weiß, dass ich jederzeit die Hand heben darf, um Fragen zu stellen und dann auch Hilfe erhalte, komme ich einfach schneller voran.

In meiner Ausbildung, aus dem Jahr 1994, gab es aber auch eine Menge Menschen die ihr Wissen gar nicht teilen wollten. Denn Wissen ist auch in vielen Unternehmen „Macht.“ Was mich bei uns immer wieder wahnsinnig freut ist, dass niemand sein Wissen nur für sich behält. Alles wird immer und gerne weitergegeben. Meine Aufgabe als Chef und Ausbilder ist hier nicht die Wissenden zu belohnen, sondern den Wissensaustausch anzuregen und zu honorieren.

Motivation

Dann braucht es noch Motivation am besten die, die aus einem selbst herauskommt. Auch die bekommen unsere Azubis aus der Kultur unseres Unternehmens. Unsere agile Arbeitsmethodik ist wie Öl fürs Feuer der Eigenmotivation. Der Wille etwas beitragen zu können und zu wollen – fürs Team, das Projekt und damit für die Kunden – wirkt signifikant stärker als wenn ich als Ausbilder die Lehrpläne kontrolliere.

Bordmittel eines erfolgreichen Azubis

Justin kam aber auch mit den richtigen Bordmitteln zu uns. Ein Mensch, der sein Leben selber in die Hand nimmt. Eigenverantwortlich, engagiert, empathisch, zuverlässig und immer gut gelaunt. Mein persönlicher Tipp an alle Eltern. Traut Euren Kindern mehr zu und lasst sie selber machen. Haben wir nicht alle aus dem Leben gelernt?

Neben seinem Charakter hat Justin auch ein gutes Gefühl für Gestaltung mit dem Wunsch und Antrieb immer etwas Besonderes zu schaffen. Ich denke, dass man dieses Gestaltungsgefühl nur schlecht erlernen kann. Das sind Fähigkeiten, die sind einem Menschen in die Wiege gelegt worden sind oder auch nicht. Oft blutet mir das Herz, wenn wir Bewerbung von offensichtlich engagierten kreativen Menschen bekommen, denen genau dieses Gefühl fehlt.

Justin freut sichAbschluss urkunde

Andere Perspektiven erleben

Dank unserer Partneragentur Medienreaktor aus Bamberg konnte Justin während seiner Ausbildung auch mal in einer anderen Agentur eine Woche arbeiten. Sehen, spüren und mitarbeiten in einem anderen Umfeld erweiterte den Horizont und schaffte neue Möglichkeiten. Das bohrt das Mindset auf.

Um den Bogen zu Ende zu spannen. Indirekt trage ich als Ausbilder schon mit dazu bei, dass Justin so erfolgreich geworden ist. Aber vielmehr indem ich die Spielwiese für ihn und alle Mitarbeiter so vorbereite, dass Höchstleistungen möglich sind. Fühlt sich für mich in Jugendsprache an wie #neweducation oder #ausbildung_3.0 – eigenverantwortlich, motivierend, selbstständig und im stetigen Austausch. Denn …

„Wollen ist stärker als Müssen!“

Justin, toll dass du zu uns gekommen bist und dass du uns jetzt als Mitarbeiter so bereicherst.

Dein Ausbilder, Chef und Freund,
Markus

Hier seht ihr Justins Film

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